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Viktor Orbáns Interview in der Sendung „Sonntagsblatt” [„Vasárnapi Újság”] von Radio Kossuth

Katalin Nagy: Jener 25jährige aus Marokko stammende Mann hat 4 Menschen getötet und 15 verletzt, der am Freitag in einem Supermarkt in Südfrankreich Geiseln genommen hatte. Der Attentäter gehörte der Terrororganisation Islamischer Staat an. Der Angriff ereignete sich am Freitagvormittag zu der Zeit, in der in Brüssel die Regierungs- und Staatschefs der Länder der EU sich berieten. Am EU-Gipfel nahm auch Ministerpräsident Viktor Orbán teil. Wir haben das Gespräch gestern Abend aufgezeichnet. Im Voraus nur die Frage, ob diese Gipfel der Europäischen Union sich immer bis in die Nacht hinziehen? Was ist der Grund dafür? Hofft man, dass der, der müde wird, sowieso früher weggehen wird oder ist man nicht in der Lage, den Fahrplan einzuhalten?

Wir könnten auch den Verdacht hegen, dass die Schwächeren ausfallen und die die Sitzung vorbereitenden Bürokraten auf diese Weise ihren Willen besser durchsetzen können. Aber das wäre keine gutartige Annahme, vielmehr geht es darum, dass es so viele Ministerpräsidenten gibt, die noch am Vormittag, am Vormittag der Beratung, noch Zuhause in ihrem eigenen Parlament ihren Mann stehen müssen. Wir planen die Arbeit des Parlaments klüger, denn die Sitzungen sind am Montag, Dienstag, eventuell am Mittwoch, und dann bleiben nur noch Ausschusssitzungen für die zweite Wochenhälfte. Doch dies ist nicht überall so. Und deshalb kommt es besonders bei den Deutschen vor, dass die Frau Kanzlerin schnurstracks von einer Parlamentssitzung zum europäischen Gipfel eilt. Doch bei diesem Anlass spielte auch ein besonderer Grund eine Rolle darin, dass wir uns um halb zwei in der Nacht voneinander verabschiedet haben, um dann um neun Uhr wieder zu beginnen. Dieser Grund war, dass wir auf die Entscheidung der Amerikaner warteten. Wir erlebten also gerade einen sehr spannenden Augenblick, denn der amerikanische Präsident fällte eine Entscheidung, die mit der Gefahr des Ausbruchs eines Handelskrieges einherging. Er kündigte für die Produkte aus Stahl und Aluminium eine Zollerhöhung an, doch wegen der Zeitverschiebung, die ja sechs Stunden zu unseren Ungunsten bzw. zu ihren Gunsten beträgt, musste man abwarten, wie er entscheiden würde, damit wir uns im Laufe der Nacht auf die am Morgen um neun Uhr fortzusetzende Beratung vorzubereiten beginnen konnten. Und dies hat die Ministerpräsidenten in die Nacht hineingezwungen.

Auf welche Weise kam die Migration zur Sprache? Soviel ich weiß, ging es im Zusammenhang mit dem bulgarischen Vorsitz um sie, bzw. konnte sie auch im Zusammenhang mit dem Abkommen zwischen der Türkei und der EU zur Sprache kommen.

Sie kam mehrmals zur Sprache. Dies war ein Gipfel der Ministerpräsidenten, der sich bloß mit lauter Konflikten beschäftigen musste. Wir mussten uns damit beschäftigen, dass mehrere Zehnmillionen von Einwanderern uns aus dem Süden bedrohen. Man musste sich mit Russland beschäftigen, das heißt mit der Tatsache, dass es östlich von uns einen kriegerischen Konflikt gibt. Wir mussten uns mit der den Schrecken eines Handelskrieges heraufbeschwörenden Entscheidung der Vereinigten Staaten beschäftigen. Und wir mussten uns damit beschäftigen, dass Brüssel einen neuen Gesetzesvorschlag über die Einwanderung vorbereitet. Meiner Ansicht nach will Brüssel im Zusammenhang damit auch Steuern erhöhen und einen ansehnlichen Teil der europäischen Gelder für die Migranten verwenden. Mit alldem musste man sich beschäftigen. Die erste Wortmeldung auf dem Gipfel der Ministerpräsidenten kam vom bulgarischen Ministerpräsidenten, der über seine bisher verrichtete Arbeit berichtete, denn in diesem halben Jahr haben sie den Vorsitz im Rat der EU inne. Ich musste um das Wort bitten, und ich musste sagen, dass wir jene Arbeit, die er bisher verrichtet hat, nicht unterstützen. Wir haben auch Vorschläge zu dem von ihm ausgearbeiteten neuen Gesetzesvorschlag über die Migration vorgelegt. Wir halten auch die Richtung für falsch, nicht nur die Details, denn ihr Vorschlag zielt auf das Hereinbringen und die Verteilung der Einwanderer ab, hat diese zum Ziel. Unser Standpunkt ist aber, dass Europa voll ist, die Grenzen verteidigt, aber keine Migranten hereingebracht werden müssen, sie muss man außerhalb Europas halten. Und wenn wir die Grenze schützen, dann wird es auch kein Hereinsickern geben, dann wird es auch nichts zu verteilen geben und dann werden wir diese Debatte los sein. Ich musste klar und geradeheraus sagen, dass ich nicht einmal mit der Richtung einverstanden bin, weshalb ich im Juni, wenn es dann zur tatsächlichen Entscheidung kommt, und wenn der gleiche Vorschlag vorgelegt wird, ihn nicht werde unterstützen können. Hinzu kommt noch, dass diese Vorlage zur Migration bereits konkrete Zahlen aufweist. Sie sind zwar nicht nach den einzelnen Ländern gegliedert, jedoch gibt es allgemeine Indikatoren für die Verteilung von Migranten. Nach Ungarn müsste man sofort, also gleich zehntausend Migranten hereinbringen. Ihre Verpflegung würde nach dem Plan neun Millionen Forint pro Kopf ausmachen. Und die Situation ist die, dass Ungarn dies nicht aushalten würde. Uns würde das zusammendrücken, es würde uns erdrücken. Also habe ich ausgeführt, dass es nicht nur aus kulturellen Gründen, aus dem Grunde der Verteidigung der europäischen Kultur, sondern auch aus monetär-wirtschaftlichen Gründen inakzeptabel ist, zehntausende von Migranten jeweils auf einen Mitgliedsstaat loszulassen und dadurch jene wirtschaftlichen Ergebnisse zu zerstören, die man, zum Beispiel in Ungarn, endlich unter großen Anstrengungen erreichen konnte.

Gab es Redner, die den ungarischen Ministerpräsidenten unterstützten? Sie haben schon viele Gipfel erlebt, verspüren Sie irgendeine Veränderung in der Einstellung der Regierungschefs und der Staatschefs in der Frage der Migration? Hat sich diese auch nur ein bisschen verändert?

Ich kann Ihnen sagen, dass auf eindeutige Weise und mit dem notwendigen Nachdruck die Vertreter der V4 sich immer zu Wort melden, die Polen, die Tschechen, die Slowaken und die Ungarn. Keinen Ton sagen die Orthodoxen, wenn ich so formulieren darf, die Rumänen und die Bulgaren, sie sind aber auf unserer Seite. Mit uns sind die Österreicher, oder wir sind mit den Österreichern. Dies erinnert an schöne alte historische Zeiten. Ich habe das Gefühl, wir sitzen mit den österreichischen „Schwägern“ endlich in einem Boot. Sie sind sehr entschieden gegen die Migration. Aber auch sie suchen nicht die Auseinandersetzung, sie lassen es zu, dass ich mich zuerst zu Wort melde. Und jetzt hat sich auch in Italien eine dramatische Veränderung ereignet. Die Folge dieser sehe ich im Übrigen sehr deutlich in Brüssel. Denn der EU sind drei große Mitgliedsstaaten geblieben, nachdem die Briten ihren Austritt erklärt haben. Die Italiener, die Franzosen und die Deutschen. Und es ist der erste Fall, dass es in Italien zu einem Durchbruch gekommen ist, mehr als drei Viertel der Menschen haben eindeutig gegen die Einwanderung gestimmt, und jede die Einwanderung unterstützende Partei hat ihre Regierungspositionen verloren. Auch in Deutschland hat sich bei den Wahlen die Zahl derer erhöht, die gegen die Einwanderung gestimmt haben, jedoch konnte dort Angela Merkel ihre Regierungsposition immerhin bewahren, wenn auch nach schwierigen Verhandlungen. Sechs Monate nach den Wahlen hat sich dort die Regierung gebildet. Doch in Italien ist nicht einmal dies gelungen, dort haben die migrationsfreundlichen Parteien ein eindeutiges Fiasko erlebt, und jetzt ist eine Pattsituation entstanden. So etwas hat es in Europa noch nicht gegeben. Ich habe jetzt das erste Mal das gespürt, worüber ich schon seit Jahren rede und sage, dass früher oder später die Migration in allen Ländern die Hauptfrage darstellen wird. Das ist unvermeidlich. Man zensiert sie vergebens, denn Zensur existiert. Man zensiert vergebens die Nachrichten über die Migration, jene über den Terrorismus, die Nachrichten über Gewalt gegen Frauen. Darüber kann man in der westeuropäischen Öffentlichkeit nicht reden. Ja, langsam gibt es auch schon im Internet Zensur. Solche Videos werden gesperrt, gelöscht. Wer etwas sagt, wird angegriffen. Die westeuropäischen Eliten versuchen also erfolglos diese Frage in Klammern zu setzen und auf Eis zu legen, diese wird sich selbst den Weg freimachen, denn es liegt in der Natur der Demokratie, dass man sich früher oder später mit dem beschäftigen muss, was für die Menschen am wichtigsten ist. Und für sie ist die Migration am wichtigsten. Denn sie ist ja verbunden mit der Terrorgefahr, geht mit Kriminalität einher, die Frauen sind in Gefahr, ihre Wirtschaft wird dadurch erschüttert. Die Menschen möchten darüber reden. Jetzt habe ich es das erste Mal in Brüssel verspürt, dass man auch dort als Ergebnis der italienischen Wahlen erkannt hat, dass sie ihren Kopf nicht mehr weiter in den Sand stecken können. Aber sehen Sie sich auch nur den ungarischen Wahlkampf an! Hier ist es ja genauso. Aus Brüssel ist auch hierher die Anweisung gekommen, und die Oppositionsparteien halten dies auch ein, dass man über dieses Thema nicht sprechen darf. Sie reden über alles, am meisten natürlich übereinander, doch über die wichtigste Frage, vor der die ungarische Nation steht, jene Herausforderung, die die ungarischen Menschen am meisten betrifft, die Migration, über die sprechen sie nicht.

Ja, aber diese Woche sind doch ein-zwei Dinge geschehen. Ein-zwei Tonaufnahmen sind an die Öffentlichkeit gelangt. Die Leiter der durch George Soros gesteuerten und finanzierten Organisationen sprachen darüber, dass sie in der Transitzone Daten gesammelt haben, sie über ein Netzwerk verfügen, sie auch Verbindungen im Innenministerium besitzen. Wie sehen Sie dies?

Ich halte in der ganzen Auseinandersetzung mit dem Soros-Imperium den Ausgangspunkt für am wichtigsten. Wissen Sie, das ist so, dass wenn eine Auseinandersetzung beginnt, dann zieht nach einiger Zeit die Auseinandersetzung selbst die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich. Der Anblick, wie die Seiten kämpfen. Aber wofür sie kämpfen, das tritt nach einer Weile in den Hintergrund. Und ich möchte die ungarischen Menschen immer daran erinnern, dass dies kein Kampf um seiner selbst willen ist. Es wird nicht wegen der Schönheit des Kampfes gekämpft, denn ich würde ihn vieles nennen, aber vielleicht nicht schön, sondern dahinter geht es um sehr ernsthafte Dinge. Die erste und wichtigste Sache ist, dass das Netzwerk, das Reich von George Soros in Kooperation und Zusammenarbeit mit einigen großen internationalen Kraftzentren, wie es die New Yorker UNO-Zentrale und die Brüsseler Zentrale der Europäischen Union ist, ganz Europa zu einem Einwanderungskontinent machen will. Ungarn steht diesem Plan im Weg. Wenn sie Ungarn nicht brechen können, wenn es nicht gelingt, den ungarischen Grenzzaun abzubauen, wenn sie die auf nationalen Grundlagen stehende ungarische Regierung nicht entfernen können, dann wird aus Ungarn kein Einwanderungsland, hier werden die Migranten nicht hereinkommen, und die traditionelle Route, über die man bisher die Migranten nach Europa transportiert hat, wird auch weiterhin nicht nutzbar sein. Hier ist also in erster Linie das, worum es geht, ob Ungarn zu einem Einwanderungsland gemacht wird. Das Zweite ist die Sicherheit. Man muss es geradeheraus aussprechen, dass es zwischen der Terrorgefahr und der Migration einen Zusammenhang gibt. Das Dritte ist die öffentliche Sicherheit. Es ist offensichtlich, dass dort, wo es viele Migranten gibt, die Zahl der Straftaten zunimmt. Das Vierte ist die Frage der europäischen Kultur, was wir als christliche Kultur bezeichnen, was aber in Wirklichkeit unsere Lebensweise bedeutet. Die Art und Weise, wie die europäischen Menschen bisher gelebt haben, die Regeln, die bisher alle akzeptiert haben, diese werden jetzt in Frage gestellt. Die aus einer anderen Kultur ankommenden Massen wollen nach anderen Regeln leben, was wir nicht akzeptieren können. Und schließlich, in bestimmter Hinsicht ist dies vielleicht die wichtigste Sache, der Respekt für die Frauen. Die gesamte europäische Kultur baut darauf auf, selbst wenn wir Männer in dieser Hinsicht nicht fehlerlos sind, doch sie baut letztendlich doch darauf auf, dass wir die Gleichberechtigung von Frau und Mann akzeptieren. Die Männer nehmen es zur Kenntnis, dass sie sich so verhalten müssen, sie ihr Leben so einrichten müssen, dass wir uns den Frauen als gleichberechtigt ansehen, und ihnen immer den ihnen zustehenden Respekt zollen, ja auch etwas mehr als was ihnen zusteht. Das ist der Eckpfeiler der europäischen Kultur. Dies wird dann in Frage gestellt, wenn hier aus fremden Kulturen ankommende Massen Europa zu einem Einwanderungskontinent machen. In der Schlacht geht es also darum. Nun, in der Schlacht gebraucht jeder die ihm zur Verfügung stehenden Mittel. Was haben wir? Wir haben unser Volk, also die ungarischen Menschen. Was ich also in diesen Kampf einbringen kann, ist, dass ich den Feind entlarve, dass ich zeige, warum er kämpft, wie er kämpft, wer das sind, was sie erreichen wollen. George Soros ist ja letztlich ein Finanzspekulant, kein Schmalspurspieler. Am Ende werden sie das ungarische Bankensystem sowie den Energiesektor übernehmen wollen. So wie es war, bevor die Fidesz-christlichdemokratische Regierung diese nicht wieder in nationale Hände zurückgenommen hatte. Meine Sache ist also, zu versuchen, die Menschen zu mobilisieren, ihnen klarzumachen, was hier geschieht, was abläuft. Was für Instrumente besitzt der Gegner? Das Sich-Verstecken. Denn was jene wollen, das wollen die Menschen nicht. Sie können sich also nicht hinstellen und offen erzählen, was sie wollen. Natürlich gibt es einige Journalisten, die diese Aufgabe übernehmen, aber zu sagen, „Wir werden jetzt ein Eurabien erschaffen und alle Folgen dessen die Menschen akzeptieren lassen“, das ist etwas, was man in einer öffentlichen Debatte kaum aussprechen kann. Deshalb zensieren sie, deshalb halten sie es geheim, was sie tun. Sie verschleiern, also sie verstecken ihre Leute. Und deshalb sind viele Menschen erschüttert – ich gehöre nicht zu diesen, denn ich befinde mich schon seit langen Jahren in dieser Schlacht –, wenn Beweise dafür auf die Tagesordnung kommen, dass sie allein in Ungarn zweitausend bezahlte Leute haben, das heißt eine ganze Söldnerarmee arbeitet daran, die Regierung zu stürzen, mich persönlich auch, und die Zukunft Ungarns zu verändern. Es hat sich herausgestellt, dass sie ihre Journalisten haben, es hat sich herausgestellt, dass sie die Zentren der Entscheidungsfindung infiltriert haben. Jetzt wissen wir schon, denn wir haben das aufgedeckt, wer in Brüssel ihre Leute sind, wie und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen. Auf welche Weise sie Geld erhalten, wie sie arbeiten, wie sie abrechnen. Wir besitzen schon ein sehr großes Wissen über dieses Netzwerk, und wir machen dies der Öffentlichkeit auch zugänglich, denn wir besitzen ein einziges Instrument, und das ist die Öffentlichkeit.

Was wird mit diesen NROs nach den Wahlen?

Vor dem Parlament liegt ein Gesetzespaket mit dem Namen „Stop Soros“, das werden wir annehmen. Und auch sie werden durchschaubar – oder wie man in der Politik sagt: – transparent wirken müssen. Wenn sie öffentlich tätig werden wollen, dann werden sie angeben müssen, von wem sie Geld erhalten, wie viel sie erhalten und warum sie es bekommen. Die Frage der Einwanderung und die Frage der Migration wollen wir zu Fragen nationaler Sicherheit erklären. Und dies bedeutet, dass mit diesen Fragen beziehungsweise auf diesen Gebieten nur solche Organisationen eine Aktivität ausüben dürfen, die dafür eine Erlaubnis erhalten haben. Und jene, die die Einwanderung unterstützen wollen, werden in Ungarn keine Erlaubnis erhalten, sich mit den Migranten zu beschäftigen. Und es ist auch meine persönliche Meinung, dass George Soros besser daran täte, nach Hause nach Amerika zu gehen. Er sollte lieber zu Hause die Amerikaner beglücken, nicht versuchen, das Schicksal Ungarns zu verändern.

In zwei Wochen wird es Wahlen hier in Ungarn geben. Hier sagt die von Tag zu Tag demokratischer werdende Opposition, das Ziel dieser Wahlen sei es, die Orbán-Regierung abzuwählen und das System der nationalen Zusammenarbeit abzubauen, und der Fidesz sagt, es gehe um mehr.

Wir möchten mit offenen Karten spielen, wir spielen auch mit solchen. Wir versuchen jene Techniken der Manipulation zu entlarven, mit denen George Soros die Opposition steuert. Für uns ist diese Opposition nicht souverän, sie ist keine selbständige Opposition, wir betrachten sie als solche, die den Auftrag von George Soros erfüllen. Die Zusammenhänge im Personalen und im Finanziellen sind vollkommen offensichtlich, auch die Übereinstimmung in den Zielen ist offensichtlich – ich scheue mich auch nicht auszusprechen, dass sie im Interesse von George Soros in Ungarn arbeiten, seine Ziele zu vollstrecken versuchen. Von diesen ist jetzt das wichtigste der Abbau des Zaunes und das Hereinbringen der Einwanderer nach Ungarn. Deshalb blicken wir so auf diese Wahlen, dass am Ende, wenn dann die Oppositionsparteien kooperieren werden – denn ich habe keinerlei Zweifel, dass dies geschehen wird –, dann wird es einen Kandidaten geben, der der Kandidat der nationalen Regierung, des Fidesz-KDNP, der nationalen Kräfte sein wird, und es wird einen anderen Kandidaten geben, der in Wirklichkeit der Kandidat von George Soros sein wird, ganz gleichgültig, in den Farben welcher oppositionellen Partei er auch antreten wird, der bereitstehen wird, dann auch jene Pläne zu vollstrecken, die sie schon weit im Voraus ausformuliert haben, und für jene Gesetze zu stimmen, durch die man Ungarn tatsächlich zu einem Einwanderungsland machen kann. Wenn sie sagen, sie möchten das gegenwärtige System sowie das System der Nationalen Zusammenarbeit abbauen, dann muss man das so verstehen, dass sie den Zaun abbauen und Ungarn zu einem Einwanderungsland machen wollen. Hierauf muss man sich konzentrieren, und ich bemühe mich, alles zu unternehmen, damit die Aufmerksamkeit nicht von diesem Thema abgleitet, denn hiervon hängt die ungarische Zukunft ab. Deshalb sagen wir, dass eine Entscheidung getroffen werden muss, die, wenn sie falsch erfolgt, danach nicht mehr in Ordnung gebracht werden kann. Denn wenn man einmal die Migranten hierher hereinlässt, dann wird man sie von hier nie mehr hinaustun können. Mag sein, dass mein Vergleich nicht allzu geschmackvoll ist, doch er ist treffend: Wenn die Zahncreme einmal aus der Tube raus ist, dann mag ein noch so geschickter und starker Mensch sich daran versuchen, sie in die Tube zurückzubekommen, er wird sie wohl kaum dorthin zurückstopfen können. Wenn also der Damm reißt, dann kommt die Flut herein. Deshalb brauchen wir eine Regierung, die unsere Zukunft beschützt, das heißt, die nicht erlaubt, dass sich die Tiefenstruktur des Landes, seine Kultur, seine nationale Zusammensetzung verändert, sondern diese bewahrt. Deshalb sagen wir, unser Ziel ist, Ungarn als ein ungarisches Land zu bewahren. Und meine Aufgabe ist es, den Leuten klarzusztellen, dass solange ich in Ungarn der Ministerpräsident bin, solange sie mich mit ihrem Vertrauen auszeichnen, wird aus Ungarn kein Einwanderungsland werden, und ich werde – so wie ich das auch bisher getan habe – alles unternehmen, damit Ungarn ein ungarisches Land bleibt.

Vielleicht wäre es für die Menschen, für die Wähler auch nötig, für sie zusammenzufassen, was im Laufe dieser acht Jahre geschehen ist. Plant der Fidesz also, über die Ergebnisse zu sprechen?

Wir haben viel darüber nachgedacht. Auch ich habe, wenn ich in der Öffentlichkeit rede und Menschen treffe, mit dieser Frage zu kämpfen, in welchem Verhältnis man über die Herausforderungen der Zukunft und die erreichten Ergebnisse sprechen muss. Ohne jede Bescheidenheit kann ich sagen, wir haben aus einem Land und einer Wirtschaft, die sich am Abgrund des Bankrotts bewegten, so wie das in Ungarn in 2010 der Fall war, gemeinsam, dank der Anstrengungen von zehn Millionen Menschen trotzdem ein neues ungarisches Wirtschaftssystem errichtet, das nicht auf die Hilfen, sondern auf die Arbeit aufgebaut ist, und dafür haben wir den ungarischen Menschen zu danken. Ich rufe auch in einem Satz den Umstand in Erinnerung, dass es 2010 in Ungarn eine massenhafte Arbeitslosigkeit gab. Die Arbeitslosenrate lag um 10%, 12%. Hier sprach 2010, als ich das zweite Mal mit der Regierungsbildung beauftragt wurde, jeder davon, ich möge verstehen, dass wenn es Arbeit gibt, dann gibt es alles, also möge ich die Kräfte des Landes darauf konzentrieren, dass es Arbeitsplätze gebe. Wir haben für zehn Jahre die Erschaffung von einer Million Arbeitsplätze versprochen, heute herrscht in Ungarn keine Arbeitslosigkeit, sondern es beginnt sich vielmehr der Arbeitskräftemangel zu melden, und wir sind sehr nahe daran, die Vollbeschäftigung zu erreichen, und ich werde auch alles im Interesse dessen unternehmen. So sage ich auch immer den Rentnern, dass wir die mit ihnen getroffene Vereinbarung eingehalten haben. Ich habe versprochen und als Aufgabe übernommen, im Gegensatz zu den sozialliberalen Regierungen, die die Renten weggenommen hatten, dass wir den Wert der Renten bewahren werden. Und meiner Ansicht nach haben wir mehr als dies getan, denn wir haben die Rentenprämie, die Rentenerhöhung, also können die Rentner meiner Ansicht nach zu Recht das Gefühl haben, dass man sie nicht vergessen hat, dass man sich um sie kümmert, dass sie den Respekt erhalten, der jedem Menschen auf Grund der durch ihn abgearbeiteten Jahre zusteht. Hierüber pflege ich also sehr kurz zu sprechen, doch sage ich geradeheraus, dass ich darüber auch vor der Öffentlichkeit nicht lange sprechen möchte, denn ich kenne die Leute meiner Art. Die eine Hälfte der Familie stammt aus Pannonien, die andere aus Hunnien, ich habe also das Gefühl, ziemlich viel über das ungarische Volk und Ungarn zu wissen. Und ich kenne jenen Reflex, der den Ungarn charakterisiert, dass das, was man schon hat, das hat man schon. Wozu sollen wir darüber noch reden? Und wenn wir zu viel darüber reden, dann wird man auch noch beschuldigt, man würde sich brüsten, man würde aufschneiden. Es ist also in Ungarn in der Politik eine sehr riskante Sache, über das Ergebnis zu sprechen, denn die Volksseele ist nicht darauf eingestellt, sondern darauf, dass: „Na gut, aber was wird kommen? Was wir haben, das haben wir, aber wie wird es besser und mehr und wie geht es noch weiter nach vorne?“ Und auch aus diesem Grunde ist das, was ich zu sagen habe, eher auf die Zukunft gerichtet, und deshalb möchte ich länger und mehr über die Gefahren reden, die von der Zukunft aus drohen, wie wir all das verteidigen können, was wir erreicht haben, als über die Ergebnisse. Dies bedeutet nicht, dass ich die Ergebnisse unterbewerten würde, die das Land in den vergangenen Jahren erreicht hat. Ich habe nur bisher im Laufe meines fünfzig und einige Jahre langen Lebens gelernt, dass man mit den Ungarn in ihrer eigenen Sprache sprechen muss.

Sie hörten Ministerpräsident Viktor Orbán.