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Viktor Orbáns Rede bei der Übergabe des Wohnheimgebäudes des Ungarischen Schul- und Bildungszentrums

Sie sehen, das Ungarische ist eine lange Sprache. Ich möchte mit einigen kurzen Sätzen zur heutigen Feier beitragen. Zunächst begrüße ich recht herzlich den Herrn Ministerpräsidenten. Ich begrüße die Bewohner von Eszék, die Kroaten und die Ungarn. Ich bringe Ihnen den Gruß Ungarns, und ich möchte drei Gedanken hier hinter uns lassen. Der erste: Ich möchte den in Ungarn lebenden Kroaten den Dank dafür aussprechen, dass sie Kroaten geblieben sind und auf diese Weise zur Vielfalt und zum Reichtum Ungarns beigetragen haben. Ich danke den in Kroatien lebenden Ungarn dafür, dass sie Ungarn geblieben sind und dadurch dazu beigetragen haben, dass dadurch auch die ungarische Nation größer ist. Ich danke dem Ministerpräsidenten für die Errichtung dieses Gebäudes. Wir kennen einander gut, sowohl die Kroaten als auch die Ungarn; wir sind beide stolze Völker, keinem von uns sind übertriebene Dankesbekundungen eigen, deshalb sage ich nur soviel, lieber Andrej: „Die Ungarn bedanken sich sehr.“ Der zweite Gedanke, den ich Ihnen mitteilen möchte, handelt von der Entwicklung dieser Region.

Meine Freunde!

Vor achtzig Jahren, vor neunzig Jahren, vor hundert Jahren gehörte Slawonien, gehörte das Komitat Baranya (Branau) zu den reichsten Teilen unserer Länder. Man beneidete uns, noch genauer: Man beneidete Sie nicht nur wegen Ihrer Kultur, sondern auch wegen Ihres hohen Lebensniveaus. Ich kann nicht glauben, dass wenn wir im Laufe der Geschichte einmal schon zu etwas fähig waren, wir dies nicht wiederholen können. Ich glaube daran, dass das Komitat Baranya in Ungarn und das hiesige Slawonien noch ein beneideter Teil Kroatiens und Ungarns sein wird. Wir alle wissen, dass dies heute nicht die Situation ist. Die Frage ist, warum? Wenn wir einen Kroaten fragen, der hier lebt, wird er sagen, er lebt im nördlichen Teil Kroatiens; wenn Sie einen im Komitat Baranya lebenden Ungarn fragen, dann wird er sagen, er lebt am südlichen Ende Ungarns.

Meine Freunde!

Menschen und Gemeinschaften, die glauben, am Rande von etwas zu leben, werden niemals erfolgreich sein. Nur der Mensch kann erfolgreich sein, der meint, wo er lebt, das ist der Mittelpunkt der Welt. Daraus wird deutlich, was wir zu tun haben: Wir müssen unsere Länder miteinander verbinden. Wenn wir am Rand bleiben und wenn wir isoliert bleiben, werden wir erfolglos sein. Wenn Kroatien endlich dem Schengen-Raum beitritt, was wir mit ganzem Herzen unterstützen, dann wird auch das letzte Hindernis beseitigt sein, und zwischen Ungarn und Kroatien wird der Übertritt frei sein. Die Kultur, der Sport, das Geschäft kann frei strömen, und auch die Welt der politischen Verbindungen kann einen Aufschwung erleben. Und wenn das eintritt, dann wird der Nordrand Kroatiens und der Südrand Ungarns erneut der Mittelpunkt der Welt, eine beneidete Region sein. Ich weiß, es gibt unter Ihnen solche, die meinen, ich sei ein Phantast, und das stimmt auch, aber wenn man keine großen Pläne hat, dann wird man auch keine Ergebnisse erreichen. Glauben Sie mir, worüber ich spreche, ist möglich, und wenn der liebe Gott uns hilft, und Kroatien seine Regierung mit der gegenwärtigen Ausrichtung noch zehn Jahre besitzt, und auch Ungarn noch zehn Jahre seine nationale Regierung behält, dann werden wir mit Andrej erneut hierher kommen, um zu sehen, ob wir die Wahrheit gesprochen haben. Und glauben Sie mir: In zehn Jahren werden Sie hier eine ganz andere Welt vorfinden.

Zum Abschluss möchte ich mit den Jugendlichen einen Gedanken teilen. Heute ist es Mode, wegzugehen. Das ist nicht nur Ihr Problem, das der Kroaten, das ist auch das Problem der Ungarn. Und ich verstehe das. Wenn man jung ist, hat man das Gefühl, einem gehöre die Welt, man stellt sich allen Herausforderungen, und es ist auch nicht schlecht, wenn sie weggehen und lernen. Es ist auch kein Problem, wenn sie Wissen anhäufen, aber, liebe Eszéker kroatische und ungarische Jugendliche, am Ende werdet Ihr erkennen: Die wichtigste Sache, die es in Eurem Leben geben kann, ist, dass Ihr eine Heimat habt, wohin Ihr heimkommen könnt, wo man Euch erwartet, wo Ihr keine Fremden seid. Und es gibt nur einen einzigen solchen Ort: Wo Ihr geboren worden seid. Also auch wenn Ihr zum Lernen weggeht, sehr geehrte Jugendliche von Eszék, die beiden Regierungen arbeiten daran, dass es hier einen Ort geben soll, wohin es einen Sinn hat zurückzukehren. In Ungarn hat dieser Prozess begonnen, und was in Ungarn begonnen hat, wird dann auch in Kroatien geschehen. Also geht, lernt, und kommt dann zurück, und macht Eszék groß, macht Slawonien groß, macht Baranya groß und macht Ungarn groß.

Gott schütze uns alle! Ich wünsche viel Erfolg! Danke, dass Sie mich angehört haben!