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Viktor Orbáns Presseerklärung nach seiner Unterredung mit Japans Ministerpräsident Shinzō Abe

Guten Abend! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Wir haben jetzt sehr spannende und tiefe Gespräche hinter uns. Wir haben die großen Fragen der militärischen, der sicherheitspolitischen und der wirtschaftlichen Veränderungen der Welt überblickt, und ich konnte viele Gedanken und die Erkenntnis vieler Zusammenhänge dabei gewinnen. Dafür danke ich dem Herrn Ministerpräsidenten. Die Stimmung der Gespräche war eine freundschaftliche. Die ungarisch-japanischen Verbindungen sind besondere, sie besitzen auch einen seelischen Gehalt. Ich bin ein Veteran in der Politik, ich war 1990 dort im ungarischen Parlament, als Ungarn umgeformt werden musste. Ich erinnere mich genau, wie misstrauisch die Welt war, ob dies Ungarn wohl gelingen würde, und es gab ein Land, in dem es für keine einzige Minute Misstrauen gab, und das war Japan, das nicht sofort seine Kredite zurückhaben wollte, ja, sogar neue Kredite gab, ja sogar Investitionen nach Ungarn brachte und Ungarn half, diese sehr schwierige wirtschaftliche Situation, diesen sehr schwierigen Zeitraum zu überleben. Die Ungarn erinnern sich daran, und sie sind dankbar dafür.

Wir verehren auch die japanische Kultur und Zivilisation. In den Köpfen und in der Seele der ungarischen Menschen ist alles besonders wertvoll, was einzigartig ist, und wir halten die japanische Kultur für eine einzigartige und unwiederholbare Kultur. Auch deshalb bin ich persönlich der Angelegenheit der japanisch-ungarischen Beziehungen verbunden, und ich möchte, wenn dies auch von der jungen Generation übernommen werden würde. Deshalb freue ich mich, dass 600 japanische Jugendliche an ungarischen Universitäten studieren, davon sind 400 Studenten der Medizin, der ungarische Staat verleiht auch 100 Stipendien an japanische Jugendliche, damit sie nach Ungarn kommen. Wir kennen in Ungarn die eigentümliche Wirtschaftspolitik Japans, die Abenomics, die wir verfolgen, und zu der wir viel Erfolg wünschen. Der Erfolg Japans ist uns wichtig, denn Japan ist der größte Investor aus Asien in Ungarn, und wir denken, je erfolgreicher sie hier zu Hause sein werden, desto höhere Summen werden sie in Ungarn investieren. Heute hat mich der Herr Ministerpräsident darüber versichert, dass Japan am Erfolg Ungarns interessiert ist, und deshalb ist es bereit die Ankunft moderner Technologien in Ungarn zu unterstützen. Wir danken dafür.

Wir verstehen das Gewicht und die Ernsthaftigkeit der nordkoreanischen nuklearen Bedrohung, und wir können auch seine Wirkung auf die Sicherheit Japans nachvollziehen, deshalb habe ich heute den Herrn Ministerpräsidenten darüber versichert, dass Ungarn unerschütterlich die nukleare Entwaffnung Nordkoreas fordert und im Interesse der Bewahrung des Friedens in der Region ein verlässlicher Partner Japans sein wird.

Es gibt auch ein Gebiet, auf dem wir im Wettstreit, in einem zugespitzten Wettstreit mit Japan stehen. Das ist ein friedlicher Wettkampf, aber für uns ist er wichtig, und zurzeit besitzen wir noch eine Nasenlänge Vorsprung, und das ist der Wettlauf um die olympischen Goldmedaillen. Wir sind stolz darauf, dass wir bei den olympischen Sommerspielen mehr als 170 olympische Goldmedaillen errungen haben, und wir wünschen Japan viel Erfolg zu der Olympiade, zur Olympiade in Tokio, doch möchten wir wenigstens so viel Gold erringen, damit uns unsere japanischen Freunde noch nicht einholen.

Herr Ministerpräsident!

Ich danke Ihnen für die Möglichkeit des Besuchs. Ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich den Herrn Ministerpräsidenten zu einem Besuch eingeladen habe: Seit 1990 ist kein japanischer Ministerpräsident in Ungarn gewesen. Die Ungarn glauben daran, dass die lange Fastenzeit eine sinnvolle Sache ist, aber das zu lange Fasten ist doch gefährlich. Deshalb bitten wir den Herrn Ministerpräsidenten, zu uns zu kommen, und wir sollten im Rahmen eines großen Ereignisses die Freundschaft zwischen den beiden Ländern und den 150. Jahrestag der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen feiern.

Arigato gozaimasu!